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Erwin Schrott als Escamillo: Bizets Carmen in Monte-Carlo

Am 20. November 2026 kehrt Erwin Schrott als Escamillo auf die Opernbühne zurück. In einer halbszenischen Aufführung von Georges Bizets Carmen im Grimaldi Forum in Monaco trifft der uruguayische Bassbariton auf die Mezzosopranistin Marina Viotti in der Titelrolle und den Tenor Benjamin Bernheim als Don José. Am Pult des Orchestre Philharmonique de Monte-Carlo steht Marc Leroy-Calatayud. Die Besetzung bringt drei markante Figuren einer Oper zusammen, in der Begehren, Eifersucht und der Wunsch nach Freiheit aufeinanderprallen.

Von der Redaktion Opernreiseführer

Erwin Schrott© Fabrice Dall Anese
Erwin Schrott

Mainz/Monaco - Ein Auftritt, ein Lied, eine selbstbewusste Geste: Wenn Escamillo in Georges Bizets Carmen die Bühne betritt, verschieben sich die Kräfteverhältnisse. Der Stierkämpfer kennt die Wirkung seines Ruhms und tritt mit einer Sicherheit auf, die Don José zunehmend unter Druck setzt. Am 20. November 2026 übernimmt Erwin Schrott die Rolle in einer halbszenischen Aufführung der Opéra de Monte-Carlo im Grimaldi Forum. Marc Leroy-Calatayud dirigiert, Vanessa d’Ayral de Sérignac verantwortet die szenische Einrichtung.

Schrotts Escamillo trifft auf zwei markante Gegenfiguren: Marina Viotti singt Carmen, die sich weder gesellschaftlichen Konventionen noch dem Besitzanspruch eines Mannes unterwerfen will. Benjamin Bernheim verkörpert Don José, dessen anfängliche Faszination für Carmen in Eifersucht und Gewalt umschlägt. Der Gegensatz zwischen den Männern ist mehr als ein Rivalenkampf. Während Don José zunehmend die Kontrolle verliert, bewegt sich Escamillo souverän im Licht der Öffentlichkeit.

Bizets Musik zeichnet diese Gegensätze prägnant nach. In den berühmten Couplets du Toréador stellt sich Escamillo als Mann vor, der die Gefahr kennt und sie zum Teil seines öffentlichen Images gemacht hat. Markante Rhythmen und eine einprägsame Melodie verleihen seinem Auftritt die Wirkung eines Triumphs. Doch Escamillo ist kein tragischer Held: Sein Selbstvertrauen gründet auf Anerkennung und gesellschaftlicher Sichtbarkeit. Gerade dieser Kontrast verschärft die Tragödie, wenn Don Josés Eifersucht im letzten Akt in tödliche Gewalt umschlägt.

Für Schrott, den in Montevideo geborenen Bassbariton, gehört Escamillo zu den Rollen, in denen vokale Präsenz und körperliche Autorität eng zusammenwirken. Entscheidend ist dabei nicht allein die Wirkung des Auftrittslieds, sondern auch, die öffentliche Pose des Stierkämpfers als Teil seiner Persönlichkeit erfahrbar zu machen. In der Begegnung mit Viottis Carmen und Bernheims Don José erhält die Figur ihren dramatischen Rahmen.

Die Aufführung bringt das Orchestre Philharmonique de Monte-Carlo, den Chor der Opéra de Monte-Carlo und den Kinderchor der Académie de Musique Rainier III zusammen. Die Vorstellung beginnt um 19.30 Uhr und ist beim Veranstalter als ausverkauft ausgewiesen.

In Carmen prallen unterschiedliche Vorstellungen von Freiheit und Selbstbestimmung aufeinander. Escamillo verkörpert die Souveränität des gefeierten Mannes, Don José dagegen die zerstörerische Verwechslung von Liebe und Besitz. Bizets Musik macht aus diesem Gegensatz ein Drama, dessen Ausgang nicht durch den lautesten Auftritt, sondern durch die Unfähigkeit zur Freiheit entschieden wird.

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