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Riccardo Muti und die Wiener Philharmoniker in Tokio: Ein Jubiläum mit Beethoven, Mozart und japanischer Filmmusik

Die Suntory Hall in Tokio feiert ihr 40-jähriges Bestehen mit einem Konzert, das europäische Orchestertradition und japanische Musikgeschichte zusammenführt. Am 31. Oktober und 1. November 2026 dirigiert Riccardo Muti die Wiener Philharmoniker. Die Pianistin Mitsuko Uchida übernimmt Beethovens viertes Klavierkonzert. Auf dem Programm stehen außerdem Mozarts 40. Sinfonie und Musik des japanischen Komponisten Hikaru Hayashi. Für Muti ist der Auftritt ein weiterer Akzent in einer Zusammenarbeit mit den Wiener Philharmonikern, die seit mehr als fünf Jahrzehnten besteht.

Von der Redaktion Opernreiseführer

Riccardo Muti© Todd Rosenberg
Riccardo Muti

Mainz/Tokio - Vierzig Jahre Suntory Hall stehen für die Entwicklung Tokios zu einem wichtigen Zentrum des internationalen Konzertlebens. Die 1986 eröffnete Konzerthalle feiert ihr Jubiläum am 31. Oktober und 1. November 2026 mit zwei Galakonzerten der Wiener Philharmoniker unter Riccardo Muti. Auf dem Programm stehen Werke von Beethoven und Mozart sowie Musik des japanischen Komponisten Hikaru Hayashi. Als Solistin ist die Pianistin Mitsuko Uchida zu erleben.

Muti verbindet eine 55-jährige Zusammenarbeit mit den Wiener Philharmonikern. Für die Jubiläumskonzerte kehrt damit ein Dirigent nach Tokio zurück, dessen künstlerische Geschichte eng mit dem Orchester verbunden ist. Die Wiener Philharmoniker waren bereits beim 30-jährigen Jubiläum der Suntory Hall zu Gast. Das Programm stellt nun zentrale Werke der Wiener Klassik einer japanischen Komposition für den Film gegenüber.

Den Auftakt bildet Beethovens Ouvertüre zu Coriolan. In dem konzentrierten Orchesterstück verdichtet der Komponist den inneren Konflikt des römischen Feldherrn zu scharf konturierten Rhythmen und gegensätzlichen musikalischen Gesten. Anschließend übernimmt Uchida den Solopart in Beethovens viertem Klavierkonzert. Das Werk beginnt ungewöhnlich leise mit dem Klavier allein, bevor das Orchester antwortet. Aus diesem Wechselspiel entwickelt sich ein Konzert, das weniger auf virtuose Selbstdarstellung als auf einen vielschichtigen Dialog zwischen Solistin und Orchester setzt.

Uchida, Associate Artist der Suntory Hall, tritt erstmals seit 1997 wieder in Japan mit den Wiener Philharmonikern auf. Ihre Verbindung zu Beethoven stand auch bei ihrem Auftritt in der Halle 2025 im Mittelpunkt, als sie dessen späte Klaviersonaten interpretierte. Mit dem vierten Klavierkonzert kehrt sie nun zu einem früheren Werk zurück, in dem Beethoven das Verhältnis zwischen Klavier und Orchester bereits neu gestaltet.

Mit Three Film Scores von Hikaru Hayashi erhält das Programm eine eigenständige japanische Perspektive. Hayashi (1931–2012) komponierte für Konzertsaal, Bühne und Film. Seine Filmmusik erweitert den Abend um eine Klangwelt jenseits des klassischen europäischen Repertoires und verleiht dem Jubiläum eine lokale Verankerung. Den Abschluss bildet Mozarts 40. Sinfonie in g-Moll, eines seiner bekanntesten Orchesterwerke. Ihre drängende Bewegung und die spannungsreiche Verbindung von Eleganz und Unruhe lassen die klassische Form zugleich geschlossen und innerlich aufgewühlt erscheinen.

Die Zusammenstellung geht damit über eine repräsentative Festveranstaltung hinaus. Beethoven rückt den Dialog zwischen Solistin und Orchester in den Mittelpunkt, Hayashi öffnet den Blick auf die japanische Musikgeschichte, Mozart führt zurück zu den Wurzeln der Wiener Klassik. Unter Mutis Leitung begegnen sich unterschiedliche musikalische Perspektiven in einem Programm, das die internationale Ausrichtung der Suntory Hall widerspiegelt.

Beide Konzerte beginnen um 16 Uhr. Die Veranstalter bitten um festliche Kleidung; die regulären Kartenkontingente waren zuletzt ausverkauft, einzelne Plätze sollten jedoch noch freigegeben werden. Vier Jahrzehnte nach ihrer Eröffnung feiert die Suntory Hall damit nicht nur ihre eigene Geschichte, sondern auch den Austausch zwischen Künstlern, musikalischen Traditionen und Publikum.

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