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Renée Fleming kehrt als Pat Nixon in John Adams’ Oper „Nixon in China“ zurück

Renée Fleming und Thomas Hampson stehen im November 2026 gemeinsam auf der Bühne der Washington National Opera: In John Adams’ Oper Nixon in China verkörpern sie Pat und Richard Nixon. Das Werk über den historischen Staatsbesuch des US-Präsidenten in China verbindet politische Bilder mit den privaten Momenten hinter der Diplomatie.

Von der Redaktion Opernreiseführer

Renée Fleming
Renée Fleming | © Andrew Eccles & Decca_2025

Mainz/Washington - Wenn Richard Nixon 1972 nach China reist, wird jeder Schritt zur politischen Botschaft und jedes Bild Teil der Inszenierung. Der Besuch des US-Präsidenten bei Mao Zedong markiert einen Wendepunkt in den Beziehungen beider Staaten – und liefert John Adams den Stoff für seine erste Oper. Nixon in China, 1987 uraufgeführt, macht aus dem historischen Ereignis ein Musiktheater über Macht, öffentliche Bilder und die Frage, wie Geschichte entsteht. Im November kehrt das Werk mit zwei prominenten amerikanischen Opernstimmen zur Washington National Opera zurück: Renée Fleming singt Pat Nixon, Thomas Hampson verkörpert Richard Nixon.

Die Oper rückt neben den politischen Hauptfiguren auch deren private Wahrnehmung in den Blick. Pat Nixon bewegt sich zwischen offizieller Repräsentation und persönlichem Erleben; ihr Mann muss den Staatsbesuch zugleich als diplomatischen Akt und als Selbstinszenierung für die Geschichte bewältigen. Adams’ Musik verbindet rhythmischen Vorwärtsdrang, wiederkehrende Muster und prägnante Orchesterfarben. Statt ein geschlossenes historisches Bild zu zeichnen, legt sie die Spannung zwischen öffentlicher Geste und innerer Unsicherheit frei.

Für Fleming ist die Partie der Pat Nixon Teil einer Laufbahn, die sie längst über das klassische Opernrepertoire hinausgeführt hat. An ihrer Seite übernimmt Hampson die Rolle des Präsidenten. Robert Spano dirigiert, Elkhanah Pulitzer führt Regie. Historisches Filmmaterial von Bill Morrison und das Bühnenbild von Alexander V. Nichols erweitern den Dialog zwischen politischem Ereignis und medialer Erinnerung. Kathleen Kim singt Madame Mao; die Choreografie stammt von Jessica Lang.

Die drei Aufführungen finden am 14. und 19. November 2026 jeweils um 19 Uhr sowie am 21. November um 14 Uhr in der DAR Constitution Hall in Washington statt. Der Spielortwechsel ist Teil eines größeren Umbruchs: Nach dem Abschied vom Kennedy Center präsentiert die Washington National Opera ihre Saison 2026/27 an verschiedenen Spielstätten im Großraum Washington. Nixon in China steht damit nicht nur für die Wiederbegegnung mit einem Schlüsselwerk des zeitgenössischen Musiktheaters, sondern auch für den Neuanfang eines traditionsreichen Opernhauses unter veränderten Bedingungen.

Adams’ Oper endet nicht mit einer eindeutigen historischen Bilanz. Sie fragt vielmehr, was von großen politischen Gesten bleibt, wenn der öffentliche Auftritt vorbei ist – und was sich hinter den Bildern zeigt, mit denen Macht ihre Geschichte schreibt.

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