1. September 2026
Kölns Oper kehrt an den Offenbachplatz zurück
Nach Jahren der Sanierung und einer langen Zeit in der Interimsspielstätte Staatenhaus öffnet die Oper Köln im September wieder ihr Haus am Offenbachplatz. Ein ganzes Wochenende lang steht das sanierte Bühnenensemble der Stadt offen, bevor am 24. September der Festakt und am 27. September mit Richard Strauss’ „Der Rosenkavalier“ die erste Opernpremiere folgen.

Mainz/Köln - Nach mehr als 14 Jahren im Interim kehren die Bühnen Köln an den Offenbachplatz zurück. Im September 2026 öffnet das sanierte Opernhaus wieder für das Publikum – und mit ihm ein Theaterensemble, das über Jahre hinweg außerhalb seines angestammten Hauses arbeiten musste. Die Rückkehr ist damit mehr als der Beginn einer neuen Spielzeit: Für die Oper Köln und die weiteren Sparten der Bühnen Köln endet eine lange Phase des Provisoriums.
Am 19. und 20. September wird der Offenbachplatz zum öffentlichen Schauplatz des Neustarts. Die Bühnen Köln laden zu einem kostenlosen Eröffnungsfest mit Musik, Straßenprogramm, Technikshows, Mitmachangeboten und Führungen durch die modernisierten Gebäude ein. Besucherinnen und Besucher können dabei Einblicke hinter die Kulissen gewinnen und die technischen und architektonischen Veränderungen kennenlernen. Das Eröffnungswochenende bezieht das Opernhaus, das Schauspielhaus, das Kleine Haus und die Kinderoper ein.
Besonders symbolisch wird der Sonntagabend: Am 20. September erklingt im Opernhaus beim „Neustartkonzert“ erstmals wieder ein öffentliches Konzert. In der ersten Hälfte präsentiert das Ensemble der Oper Köln ein Opernprogramm, anschließend spielt die Kölner Band Kasalla gemeinsam mit dem Gürzenich-Orchester. Das Konzert beginnt um 18 Uhr. Eintrittskarten sind nicht regulär erhältlich, sondern werden ausschließlich verlost. Damit wird die Wiedereröffnung zugleich zu einem öffentlichen Ereignis für die Stadt.
Der eigentliche Festakt folgt am 24. September. Oper und Schauspiel Köln feiern gemeinsam den Wiedereinzug in ihre angestammten Häuser am Offenbachplatz. Auf der Opernbühne treffen das Ensemble der Oper Köln und das Gürzenich-Orchester unter der Leitung von Generalmusikdirektor Andrés Orozco-Estrada auf die Sopranistin Diana Damrau. Die Gala markiert damit die offizielle Wiedereröffnung des Theaterstandorts.
Die erste große Opernpremiere folgt am 27. September: Richard Strauss’ Der Rosenkavalier eröffnet die Opernsaison im sanierten Haus. Die „Komödie für Musik“ nach der Dichtung von Hugo von Hofmannsthal verbindet Komik, Melancholie und die Erfahrung von Vergänglichkeit. Gerade diese Themen geben der Wahl des Werkes für die Rückkehr an den Offenbachplatz eine besondere symbolische Dimension: Auch das Haus selbst steht nach Jahren des Wandels für einen Neubeginn. Die Premiere beginnt am 27. September um 16 Uhr.
Die Rückkehr hat zugleich eine ungewöhnlich lange Vorgeschichte. Die Generalsanierung der Bühnen Köln war über Jahre von Verzögerungen, technischen Problemen und steigenden Kosten begleitet. Das vom Rat der Stadt Köln beschlossene Kostenbudget liegt inzwischen bei 798,6 Millionen Euro brutto.
Die bauliche Fertigstellung des gesamten Ensembles aus Opernhaus, Schauspielhaus, Kinderoper und Kleinem Haus wurde zum Jahreswechsel 2025/26 erreicht. Damit war das Projekt allerdings noch nicht vollständig abgeschlossen: Es folgten die Inbetriebnahme der technischen Anlagen, Sachverständigenprüfungen, die Beseitigung letzter Mängel und die behördlichen Abnahmen. Seit Anfang Juli 2026 kehren die Beschäftigten schrittweise an den Offenbachplatz zurück; der reguläre Spielbetrieb beginnt mit der Spielzeit 2026/27.
Damit verändert sich auch der Alltag der Oper. Seit 2012 war sie im Staatenhaus am Deutzer Rheinufer beheimatet. Die Interimsspielstätte war notwendig geworden, nachdem das Opernhaus am Offenbachplatz für die Sanierung geschlossen worden war. Mit dem Wiedereinzug erhält die Oper nun wieder ihren angestammten Theaterraum mit festem Zuschauerraum, Orchestergraben und modernisierter Bühnentechnik. Gleichzeitig kehren Oper, Schauspiel, Tanz und die weiteren Sparten der Bühnen Köln an einen gemeinsamen innerstädtischen Theaterstandort zurück.
Die Sanierung hat dabei nicht nur Bestehendes erneuert. Am Offenbachplatz sind rund 7.000 Quadratmeter zusätzliche Fläche entstanden. Neben der denkmalgerecht sanierten Oper und dem ebenfalls sanierten Schauspielhaus gehören nun auch das neu errichtete Kleine Haus und die Kinderoper zum Ensemble. Unterirdische Erweiterungen schaffen zusätzliche Flächen für Bühnenbilder, Werkstätten und Technik; die vier Bühnen können dadurch künftig gleichzeitig genutzt werden. Im Opernhaus wurde zudem die Akustik für Orchester, Sängerinnen und Sänger sowie Publikum verbessert.
Die Wiedereröffnung erzählt deshalb nicht nur von einem Gebäude, das nach langer Bauzeit wieder bespielt wird. Sie erzählt von der Rückkehr des Publikums an einen Ort, der für Kölns Theaterleben über Jahre vor allem als Baustelle, Streitobjekt und Zukunftsversprechen präsent war. Mit dem Eröffnungsfest am 19. und 20. September, dem Festakt am 24. September und der Premiere von Der Rosenkavalier am 27. September wird aus dem lange erwarteten Bauprojekt wieder ein Theaterbetrieb. Der Offenbachplatz ist damit nicht länger ein Ort des Wartens, sondern wieder eine zentrale Adresse des Kölner Kulturlebens.